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Schulprojekt TOGO

Schulprojekt Togo – Spenden angekommen

Was im Jahr 2007 mit einem Spendenaufruf zur Unterstützung von Schulen im westafrikanischen Togo anlässlich meiner Verabschiedung als Schulleiter des Gymnasiums Coswig begann, hat bis heute Bestand. Dass sich das Gymnasium seitdem weiter in diesem Projekt engagiert, war damals nicht absehbar, freut mich aber umso mehr.

Togo

 

2008 konnte ich mich das erste Mal von der Verwendung der Spenden in einer Schule im benachteiligten Norden des Landes, ca. sechs Autostunden von der Hauptstadt Lomé entfernt, überzeugen. Der Kontakt zur Realschule in Koumondé blieb auch bestehen, als von den Spenden ein Dorf in der Nähe von Koumondé bei seinen Bestrebungen unterstützt wurde, selbst eine Realschule zu bauen. Im November hatten meine Frau und ich Gelegenheit, diese Realschule in Kpewa, die inzwischen über sechs Klassenräume verfügt, zu besuchen. Lehrer und der Schulleiter zeigten uns stolz die im Frühjahr 2015 von den Spendengeldern erbauten dringend benötigten Sportanlagen und ersten Schultoiletten, die eher unüblich an Schulen sind. Die Spenden zu Weihnachts- und Big Band-Konzerten und die großzügige Einzelspende einer Familie unseres Gymnasiums machten dies möglich.

Anschließend besuchten wir die Schule in Koumondé. Dank der Spenden des Frühjahrskonzertes 2015 der Big Band, einer größeren Einzelspende einer Familie und dem Restbetrag aus dem Vorjahr konnte den Eltern des Kantons Koumondé, zu dem neun Dörfer gehören, der dringende Wunsch nach Schulbänken erfüllt werden.

Togo

Sie hatten beschlossen, zur Realschule noch ein eigenes Gymnasium einzurichten, um die sehr langen Wege für die Schüler zum nächsten Gymnasium zu verkürzen. Man bat dazu den Verein ADH-Afrique um Unterstützung. Diesen togoischen gemeinnützigen Verein (Aktionen für Entwicklung und Demokratie in Afrika) hatten damals u.a. togoische Studenten gegründet, um unsere Projekte vor Ort zu koordinieren und auch zu überwachen, dass jeder Euro seinem Zweck entsprechend eingesetzt wird. Der Verein beauftragte einen lokalen Tischler in der Nähe Koumondés mit dem Bau von 40 Schulbänken, die anlässlich unseres Besuches an die Schule mit einem Volksfest ähnlichen Zeremoniell übergeben wurden. Unglaublich war die Anteilnahme der Dorfbewohner, Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und der offiziellen Vertreter, einschließlich des Bürgermeisters (gefühlte 1000 Personen bei ca. 40°C) an der Übergabe der Schulbänke – gespendet von einem Gymnasium in der für sie sehr fernen und unbekannten Stadt Coswig in Deutschland!

Togo

In einem Brief an mich und die Stadt Coswig (Oberbürgermeister und Gymnasium erhielten Kopien) wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung der Beziehungen zum Wohle der Kinder, vor allem zur Verbesserung ihrer Bildungsmöglichkeiten, geäußert. Wir haben gesehen, dass der Bedarf in vielen Schulen an Lehrmitteln – Schulbücher gibt es in der Regel nur in schlechten Kopien – besonders groß ist. So haben wir schon Pläne zur Verwendung einer erneuten hohen Spende einer Familie mit Kindern am Coswiger Gymnasium, von der wir kurz vor unserer Abreise erfuhren. Herzlichen Dank dafür! Spenden sind weiterhin jederzeit willkommen und werden dankbar entgegengenommen über den

  • Förderverein des Gymnasiums Coswig, Sparkasse Meißen,
  • IBAN: DE86 8505 5000 3010 0185 32, BIC: SOLADES1MEI,
  • Verwendungszweck: Schulprojekt Togo

Auch wenn es nur ein ganz kleiner Baustein sein kann, was wir mit den Spenden zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern in einem winzigen Teil Afrikas beitragen, ist es für sie doch wichtige Hilfe. Im Angesicht der Flüchtlingsströme durch Europa, die uns ratlos machen, sind wir überzeugt, dass selbst ein noch so geringes Engagement direkt in Afrika richtig und unverzichtbar ist.

Togo

Die folgenden Worte unseres ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler aus seiner Antrittsrede im Jahr 2004 (!) gingen mir auf unserer Reise durch Togo, das zu den ärmsten Ländern Afrikas gehört und trotzdem mit die wenigsten Flüchtlinge hat, oft durch den Kopf:

„Für mich entscheidet sich die Menschlichkeit unserer Welt am Schicksal Afrikas. Ist es nicht eine Frage der Selbstachtung Europas, sich mit Blick auf unsere eigenen Fundamente, unsere Werte und Geschichte in Afrika ehrlich und großzügig zu engagieren?“

Winfried Hamann im Dezember 2015