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Faust - Der Tragödie erster Teil

Einen Mann, der Gott, den Teufel, einen Wissenschaftler und noch viele mehr gleichzeitig spielt - so etwas findet man nicht häufig. Doch genau so funktioniert die Inszenierung von „Faust - Der Tragödie erster Teil“ an den Landesbühnen Sachsen, die am 25. April 2016 alle Schüler der 10. Klasse besucht haben.

 

Der Regisseur Thilo Schlüßler entwickelte die für jugendliche Schüler angepasste Version des ersten Teiles von „Faust“ ursprünglich für die Vorführung im Klassenraum, doch das Stück kommt auch in der Studiobühne des Radebeuler Theaters sehr gut zur Geltung.
Die Tragödie „Faust I“ von Johann Wolfgang von Goethe, Pflichtlektüre in der 10. Klasse, handelt von Dr. Faust, einem verzweifelten Wissenschaftler, der auf der Suche nach der allumfassenden Erkenntnis ist. Zu Beginn des Stückes schließen Gott und der Teufel Mephisto eine Wette ab. Mephisto soll Faust von rechten Weg abbringen. Er kann den Gelehrten dazu bringen, ihm seine Seele zu verkaufen, unter der Bedingung, ihm die Freude in sein Leben zurückzubringen.

Das Besondere an der Inszenierung, die wir besucht haben, ist, dass nicht jede Figur von einem anderen Schauspieler dargestellt wird, sondern ein Mann - Steffen Pietsch - alle Charaktere spielt. Das wirkt zunächst komplex, man gewöhnt sich jedoch aufgrund seiner grandiosen Schauspielleistung schnell an diese ungewohnte Form.

Ebenfalls besonders an diesem Stück ist die Einbindung des Publikums. An vielen Stellen werden einzelne Zuschauer ausgewählt, die dann auf der Bühne mitspielen „dürfen“. Auch werden die Anwesenden für Umgebungsgeräusche oder kurze Zwischenfragen eingebunden.

Bei so viel Interaktivität stört es kaum, dass das Bühnenbild im Wesentlichen nur aus einem Koffer und einem Tisch besteht.
Hilfreich für das Verständnis der Tragödie ist jedoch, dass immer nur Teile des Werkes wortgenau dargeboten werden und stattdessen einige Handlungsstücke nur sinngemäß oder zusammengefasst vermittelt werden.

So setzt die Vorstellung nur wenig Vorwissen zum eigentlichen Inhalt voraus und eignet sich perfekt als Einführung zur weiteren Behandlung von „Faust“ im Deutschunterricht.

Paul Tunsch 10.5